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Entwicklung der Blasenkontrolle

Der Erwerb der eigenständigen Kontrolle der Blasenfunktion ist für jedes Kind ein individueller Reifungsprozess. Ein Säugling uriniert kleine Harnmengen bis zu zwanzig Mal am Tag. Sobald bei ihm eine entsprechende Blasenfüllung erreicht ist, wird ein Reflex ausgelöst, der zur Blasenentleerung führt. Die Entleerung erfolgt unwillkürlich. Zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr entwickelt sich bei den Kindern das Gefühl für Harndrang. Der Reifungsprozess innerhalb des Nervensystems ist dann soweit fortgeschritten, dass ein Kind die Körpersignale wahrnehmen kann, dass seine Blase gefüllt ist. Die Häufigkeit der Blasenentleerung nimmt ab.

Frühestens Ende des 2. Lebensjahres, häufig jedoch erst im 3. Lebensjahr sind die Nervenbahnen so differenziert entwickelt, dass ein Kind seine Blasenschließmuskeln perfekt kontrollieren kann. Es spürt jetzt eine zunehmende Blasenfüllung. Ende des 3. Lebensjahres oder auch etwas später sind die meisten Kinder in der Lage, bei Harndrang die Entleerung der Blase noch einige Zeit hinauszuzögern. Sie können auch willkürlich die Blase entleeren, wenn die Blase noch nicht voll gefüllt ist.

Das Kind muss jetzt lernen, wann man zur Toilette geht, wie viel Zeit man vorab einkalkulieren muss, damit es noch rechtzeitig ist, wo man eine Toilette finden kann und was man dort machen muss. Dieser Lernprozess wird durch die Eltern oder andere Vorbilder, z.B. ältere Geschwister, gesteuert.

Der Reifungsprozess des Trockenwerdens kann nicht beschleunigt werden. Wird zu früh mit einer Sauberkeitserziehung begonnen, besteht die Gefahr, dass die Kinder überfordert werden. Dies kann ebenso wie Bestrafungen zu massiven Einnässproblemen führen.

Durch Erkrankungen und Verletzungen kann die Blasenkontrolle zeitweilig oder auch dauerhaft ausgeschaltet sein. Hier muss der Facharzt zusammen mit dem Betroffenen entscheiden, welche Möglichkeiten (Katheter, Ersatzblase, etc.) bestehen, die Entleerung der Blase zu gewährleisten.


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