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Weitere Formen der Harninkontinenz

Supraspinale und spinale Reflexinkontinenz

Bei dieser Form der Inkontinenz ist die Steuerung der Blasenfunktion über die Nervenbahnen unterbrochen. Ursache kann z.B. eine Querschnittslähmung sein. Man verliert das Gefühl dafür, wann die Blase voll ist und verspürt keinen Harndrang. Die Folge ist ein unwillkürlicher Abgang von Urin in unterschiedlich großen Zeitabständen.

Die supraspinale Reflexinkontinenz

Sie beruht auf einer Leistungsstörung des Gehirns. Therapeutisch ist die regelmäßige Entleerung der Blase durch intermittierenden Selbstkatheterismus zu empfehlen sowie ein gezieltes Toilettentraining, gegebenenfalls mit einer anticholinergen Begleittherapie. Anticholinerga sind hochwirksame Medikamente, die zur Behandlung einer instabilen Blasenmuskulatur bei Inkontinenz angewendet werden können. Die starke Aktivität der Blasenmuskulatur wird gesenkt und das Fassungsvermögen der Blase erhöht.

Die spinale Reflexinkontinenz

Bei der spinalen Detrusor-Hyperaktivität liegt eine Schädigung des Rückenmarks vor. Ursachen können Erkrankungen oder Verletzungen sein. Mat hat keine Kontrolle über die Blasen- und Schließmuskelfunktion. Die Therapie ist abhängig davon, inwieweit das geschädigte Nervensystem wieder hergestellt werden kann. Die regelmäßige Entleerung der Blase mittels eines Katheters, z.B. durch intermittierenden Selbstkatheterismus, macht den Tagesablauf besser planbar.

Extraurethrale Inkontinenz

Im Normalfall fließt der Urin durch die Harnröhre (Urethra) ab. Angeborene oder erworbene Fehlmündungen des Harnleiters oder Fehlanlagen der Harnröhre können dazu führen, dass Urin durch fehlgebildete Gänge abfließt. Durch diese Fistelbildung kommt es zu einem kontinuierlichen Urinverlust über die Scheide, den Darm oder über die Hautoberfläche. Liegt eine Blasen-Darm-Fistel vor, können sich beim Wasserlassen Luftblasen im Urin bilden.

Eine operative Beseitigung der Fistelbildungen stellt den natürlichen Ausscheidungsweg wieder her.


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