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Benigne Prostatahyperplasie (BPH, Prostatavergrößerung)

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein etwa kastaniengroßes Organ. Sie liegt unterhalb der Harnblase und bildet den ersten Teil der Harnröhre bis zum Beckenboden. In der Prostata wird ein Sekret gebildet, welches der Samenflüssigkeit beigemischt wird. Dadurch wird die Spermienbeweglichkeit verbessert.

Treten beim Mann Störungen beim Wasserlassen auf, kann das auf eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, BHP) hindeuten. Untersuchungen zeigen, dass Prostatavergrößerungen bereits ab dem 30. Lebensjahr auftreten können. Etwa die Hälfte der Männer über 60 Jahre weist eine gutartige Vergrößerung der Prostata auf. Solange keine Beschwerden auftreten, ist die BHP nicht behandlungsbedürftig.

Die Ursachen der gutartigen Prostatavergrößerung sind nicht endgültig geklärt. Man vermutet altersbedingte Veränderungen im männlichen Hormonhaushalt, verursacht durch das Geschlechtshormon Testosteron. Spezielle Untersuchungen grenzen die gutartige Prostatavergrößerung gegenüber dem Prostatakarzinom ab.

Ausprägungen der benignen Prostatahyperplasie (Stadien nach Alken)

Das Wachstum der Prostata führt zu einer Einengung der Harnröhre. Die Schweregrade der BHP dargestellt in Stadien:

Reizstadium (Stadium I)

  • Die Harnblase kompensiert die Abflussbehinderung. Es erfolgt eine vollständige Blasenentleerung.
  • Abschwächung des Harnstrahls
  • verzögerter Beginn der Blasenentleerung
  • nächtliches Wasserlassen
  • häufiger Harndrang

Restharnstadium (Stadium II)

  • Die Harnblase kann die Abflussbehinderung nicht mehr kompensieren. Es bildet sich Restharn.
  • Abschwächung des Harnstrahls, verzögerter Beginn der Blasenentleerung, nächtliches Wasserlassen, häufiger Harndrang
  • Gefahr von Harnwegsinfekten
  • manchmal unwillkürlicher Urinverlust
  • Blasensteinbildung (selten)

Dekompensationsstadium (Stadium III)

  • alle vorgenannten Symptome
  • Harnverhalt (mit Bildung einer Überlaufblase)
  • Rückstau des Urins bis in die Nieren
  • Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen
  • Ableitung des Urins mittels Katheter um die Harnsperre zu beseitigen

Therapiemöglichkeiten bei BHP

Da die meisten von einer Prostatavergrößerung betroffenen Männer die Symptome nicht als schwerwiegend empfinden, wartet man mit einer Behandlung ab. Verschlechtert sich der Zustand, reicht meist zunächst eine medikamentöse Therapie aus. Dabei wird häufig mit pflanzlichen Präparaten begonnen, die die Symptome lindern, aber die Prostata nicht verkleinern. Bei zunehmenden Beschwerden werden Medikamente eingesetzt, die das Drüsenwachstum hemmen und die Prostata messbar verkleinern oder Präparate, die die Muskelzellen der Prostata entspannen und damit das Wasserlassen erleichtern. Bei deutlicher Restharnbildung, chronischem Harnverhalt, Blasensteinen oder Nierenschädigungen ist eine Operation angezeigt, bei der das überschüssige Drüsengewebe entfernt wird.

Möglich wäre auch die dauerhafte Ableitung des Urins mittels eines Katheters.


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